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Pflege

Wie du deinen Hund je nach Fellart bürstest

Praktischer Leitfaden zum Bürsten deines Hundes je nach Fell: empfohlene Bürsten, Schritt-für-Schritt-Technik und ideale Häufigkeit für jede Hundefellart.

Cómo cepillar a tu perro según su tipo de pelo
Como Cepillar A Tu Perro Segun Su Tipo De Pelo

Das Bürsten ist kein ästhetischer Luxus. Es gehört zur grundlegenden Pflege jedes Hundes (Canis lupus familiaris), und seine Häufigkeit hängt vor allem von der Fellart ab. Ein French Bulldog und ein Border Collie leben auf demselben Planeten, aber ihr Fell verlangt ganz unterschiedliche Routinen.

In diesem Leitfaden findest du das Wesentliche: wie du die Fellart deines Hundes erkennst, welche Bürste du in jedem Fall verwenden solltest und wie oft du sie aus der Schublade holen musst. Ohne Wundermittel und exotische Produkte.

Warum Bürsten mehr als Optik ist

Bürsten erfüllt mehrere Funktionen. Es entfernt abgestorbenes Haar, verteilt die natürlichen Hautöle, beugt Verfilzungen und Knoten vor und hilft dir, Knoten, Parasiten oder Verletzungen zu erkennen, bevor sie schlimmer werden.

Bei Rassen, die stark haaren, reduziert regelmäßiges Bürsten die Menge losen Haars in der Wohnung deutlich. Und bei langem Fell verhindert es das unangenehmste Szenario: einen festen Knoten direkt an der Haut, der sich nur mit Schere oder Schermaschine lösen lässt.

Bestimme die Fellart deines Hundes

Kein Fell gleicht dem anderen, aber es gibt fünf große praktische Kategorien:

  • Kurzes, glattes Fell: Labrador, Boxer, Beagle, Dalmatiner.
  • Langes Fell: Yorkshire Terrier, Shih Tzu, Afghane, Setter.
  • Doppeltes Fell (dichte Unterwolle + schützende Deckhaare): Deutscher Schäferhund, Siberian Husky, Golden Retriever, Samojede.
  • Lockiges oder wolliges Fell: Pudel, Bichon, Spanischer Wasserhund.
  • Hartes oder drahtiges Fell: Schnauzer, Fox Terrier, Rauhaardackel.

Achte auch auf die tatsächliche Fell­länge, nicht nur auf die Rasse: Mischlinge kombinieren Schichten und Strukturen.

Einen Hund mit kurzem Fell bürsten

Kurzes Fell täuscht. Es sieht aus, als bräuchte es keine Pflege, verliert aber deutlich mehr Haare, als man glaubt.

Empfohlene Bürste: Gummistriegel oder Bürste mit kurzen Naturborsten. Bei stark haarenden Rassen einmal pro Woche einen Entfilzer (Furminator-Typ).

Technik: feste Striche in Haarrichtung, vom Kopf zum Schwanz. Konzentriere dich auf Rücken, Flanken und Kruppe. Wische anschließend mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch die losen Haare ab.

Häufigkeit: 1–2 Mal pro Woche. In der Haarwechselzeit (Frühling und Herbst) täglich, 2–3 Wochen lang.

Einen Hund mit langem Fell bürsten

Hier sind die größten Feinde die Knoten, vor allem hinter den Ohren, in den Achseln, in der Leistengegend und zwischen den Zehen.

Empfohlene Bürste: Stiftbürste mit abgerundeten Spitzen + Metallkamm mit weiten und engen Zähnen. Ein Dünnkamm hilft beim Feinschliff.

Schritt-für-Schritt-Technik:

  1. Teile das Fell mit der Hand in Zonen auf.
  2. Arbeite Strähne für Strähne, von der Spitze zur Wurzel, nicht umgekehrt.
  3. Wenn du einen Knoten findest, halte ihn mit den Fingern an der Basis fest, damit du nicht an der Haut ziehst, und löse ihn mit dem Kamm.
  4. Kämme zum Schluss das gesamte Fell durch, um sicherzugehen, dass nichts übrig bleibt.

Häufigkeit: alle 1–2 Tage. Bei Rassen wie dem Afghanen ist täglich sinnvoll.

Einen Hund mit doppeltem Fell bürsten

Doppeltes Fell hat eine dichte Unterwolle, die verfilzt, und eine schützende Deckschicht. Es sollte nur auf tierärztliche Anweisung geschoren werden: Diese Schicht isoliert gegen Kälte und Hitze.

Empfohlene Bürste: Unterwollkamm (Undercoat-Rake) + Dünnkamm. Vermeide im täglichen Gebrauch aggressive Entfilzer wie den „Furminator“, denn bei Übernutzung entfernen sie auch gesundes Haar.

Technik: Zuerst mit dem Unterwollkamm in Haarrichtung die Unterwolle herausziehen, danach mit dem Dünnkamm in kurzen Abschnitten nacharbeiten. Während der Haarwechselzeit am besten draußen bürsten, sonst liegt überall Haar.

Häufigkeit: 2–3 Mal pro Woche. Während des saisonalen Fellwechsels täglich, 3–4 Wochen lang.

Einen Hund mit lockigem Fell bürsten

Lockiges Fell wechselt kaum, verfilzt aber leicht und bildet an der Haut klebende Matten, wenn man nachlässig ist.

Empfohlene Bürste: Dünnkamm mit feinen Stiften und Metallkamm.

Technik: Befeuchte das Fell leicht mit Entwirrungsspray (oder mit Wasser und einem Tropfen speziellem Hunde-Conditioner). Arbeite in dünnen Schichten, immer von der Spitze zur Wurzel. Trockenes Fell ohne Produkt bricht.

Häufigkeit: alle 2–3 Tage. Schur beim Hundefriseur alle 6–8 Wochen.

Einen Hund mit hartem Fell bürsten

Hartes Fell braucht eine eigene Technik: das Stripping oder manuelle Ausziehen, das abgestorbenes Haar entfernt, ohne es zu schneiden. Es wird alle 2–4 Monate beim spezialisierten Hundefriseur durchgeführt.

Empfohlene Bürste für zu Hause: sanfter Dünnkamm und Metallkamm.

Häufigkeit beim Bürsten zu Hause: 2 Mal pro Woche. Wenn du statt Stripping schurst, verliert das Fell mit der Zeit Struktur und Farbe.

Häufige Fehler beim Bürsten

  • Auf nassem, verknotetem Fell bürsten: Das zieht die Knoten nur fester zu.
  • An einem Knoten von der Spitze her ziehen, ohne die Basis zu halten.
  • Für jede Fellart dieselbe Bürste verwenden.
  • Achseln, Leisten und die Stellen hinter den Ohren auslassen.
  • Nur vor dem Baden bürsten und nicht danach.

Wenn du beim Bürsten empfindliche Stellen, Krusten oder Parasiten entdeckst, probiere keine eigenen Behandlungen aus, sondern wende dich an den Tierarzt.

Übersichtstabelle: Bürste und Häufigkeit je Fellart

Fellart Hauptbürste Häufigkeit
Kurz Gummistriegel 1–2 Mal/Woche
Lang Stiftbürste + Kamm Täglich
Doppelt Unterwollkamm + Dünnkamm 2–3 Mal/Woche
Lockig Feiner Dünnkamm + Kamm Alle 2–3 Tage
Hart Sanfter Dünnkamm + Stripping 2 Mal/Woche

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meinen Hund jeden Tag bürsten? Ja, solange du die richtige Bürste verwendest und nicht zu fest drückst. Bei langem und lockigem Fell ist es sogar empfehlenswert.

Ist es besser, vor oder nach dem Baden zu bürsten? Immer davor. Wasser verdichtet bestehende Knoten. Nach dem Baden, wenn das Fell trocken ist, hilft ein sanftes Nachbürsten, das Haar zu glätten.

Ab welchem Alter kann ich anfangen? Schon als Welpe, mit kurzen Sitzungen von 2–3 Minuten und einer weichen Bürste. Frühes Gewöhnen beugt späteren Problemen beim Handling vor, was auch für die frühe Sozialisierung mit anderen Haustieren gilt.

Was tue ich, wenn mein Hund die Bürste hasst? Sehr kurze Sitzungen, Belohnung mit Leckerlis und mit Körperstellen beginnen, die er toleriert (Rücken, Flanken). Pfoten und Rute kommen ans Ende.

Ist der „Furminator“ sicher? Er ist bei doppeltem Fell während des Haarwechsels nützlich, aber häufige Anwendung kann die Deckschicht schädigen. Verwende ihn sparsam und mit leichtem Druck.

J

Javi

Schreibt bei Faunatura. Themen: Kuriositäten, Wildtiere, Umwelt. 264 veröffentlichte Artikel seit 2008.

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